Wann wurde die erste Müllverbrennungsanlage errichtet?

In Deutschland wurde die erste Müllverbrennungsanlage ab1893 am Hamburger Bullerdeich errichtet. Der Betrieb auf Probe begann 1894 und wurde 1896 als regulärer Betrieb aufgenommen. In München entstand die erste Anlage um die Jahrhundertwende. In Berlin Schöneberg 1921. Diese Müllverbrennungsanlage erfüllte allerdings nicht die gesetzten Hoffnungen und etablierte sich deshalb erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 53 Müllverbrennungsanlagen entstanden bis 1998 in Deutschland. Bis 2003 stieg die Zahl auf 61. Zu dieser Zeit waren weitere 15 Anlagen geplant, überwiegend in Ostdeutschland. Auf der Homepage vom Umweltbundesamt sind 73 deutsche MVAs aufgelistet (Stand Dezember 2012), die überwiegend Siedlungsabfälle verbrennen.

Was darf in einer MVA verbrannt werden?

In Deutschland dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben des KrWG nur Abfälle zur Beseitigung verbrannt werden, die nicht anderweitig umweltverträglich verwertet oder behandelt werden können. Hierzu gehören noch anfallende Hausrestmüllmengen und der Gewerberestmüll. Seit dem 1. Juni 2005 ist es nicht mehr erlaubt, unbehandelte Restabfälle auf Deponien zu entsorgen. Für die Entsorgung von Misch- und Restabfällen stiegen die Preise eine Zeitlang enorm an. Aus diesem Grund entstanden viele Anlagen aus privatwirtschaftlichem Interesse. In diesen Anlagen werden überwiegend gemischte Gewerbeabfälle verbrannt. Mit der Zeit wurde ersichtlich, dass es Überkapazitäten bei den MVAs gab und somit sanken die Preise für eine Entsorgung wieder. Eine Prognose-Studie von 2009 sah einige Gefahren für stoffliches Recycling durch diese Überkapazität, denn zwei Millionen Tonnen Müll wurden nach Deutschland mehr importiert als exportiert. Diese Menge entspricht einer Kapazität von vier großen MVAs. Die Situation entspannte sich erst im Jahr 2011.